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Begegnungswoche zum Thema
„Eisenbahn im Erzgebirge“
3. bis 7. September 2012
in Schlettau OT Dörfel

 

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Projektbericht

Begegnungswoche zum Thema
„Eisenbahn im Erzgebirge“ 3. bis 7. September 2012
in Schlettau OT Dörfel

Projektpartner:

Diankonisches Werk
Kirchenbezirk Annaberg e.V.
Behindertenheim Kovářská
Tschechische Republik
     
Ausgangssituation und Projektvorbereitung
Nach zwei gut gelungenen gemeinsamen Projekten in den Jahren 2009 und 2010 begannen wir 2011 mit den Planungen für ein weiteres Begegnungsprojekt mit der Zielstellung, die Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk Annaberg und dem Behindertenheim in Kovarska weiter zu vertiefen. Als Thema wurde „Eisenbahn“ gewählt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verbinden Eisenbahnlinien das sächsische und böhmische Erzgebirge. Um dieses Thema den Menschen mit geistiger Behinderung nahezubringen, wurden speziell auf die Zielgruppe ausgerichtete Maßnahmen geplant. Angehörige und Betreuer sollten zudem die Möglichkeit erhalten, sich über fachliche Themen auszutauschen. Neu war 2012 die Teilnhme von Bewohnern und Mitarbeitern des erst 2010 eröffneten Ländlichen Integrationszentrums für Menschen mit geistiger Behinderung Scheibenberg in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Annaberg. So konnte der Teilnehmerkreis erweitert und eine weitere Einrichtung in den Erfahrungsaustausch einbezogen werden.
Teilnehmer/innen
Zu den Teilnehmer/innen an der Projektwoche gehörten:
  • 16 geistig behinderte Bewohner/innen aus dem Behindertenwohnheim in Kovářská/Tschechien mit 4 Betreuer/innen
  • 16 geistig behinderte Erwachsene aus dem Erzgebirgskreis (aus dem Wohnheim der Lebenshilfe, dem Wohn- und Pflegezentrum Annaberg, sowie allein oder bei Angehörigen lebend), mit 8 Angehörigen und  7 Betreuer/innen
  • 12 Menschen mit geistiger Behinderung und 4 Mitarbeiterinnen vom Ländlichen Integrationszentrum in Scheibenberg (Träger Diakonisches Werk Annaberg)
  • 1 Schüler aus Prag, der 6 Monate Austauschschüler im Landkreisgymnasium Annaberg war 1 weitere Dolmetscherin.
Wochenplanung
Montag
- Ankommen / Bezug der Zimmer
- Wanderung
- „Abend der Begegnung“ zum gegenseitigen Kennenlernen der Teilnehmer/innen und Einführung in das Thema
Dienstag
- Tagesfahrt nach Chomutov mit Besuch des Eisenbahnmuseums
- Tanzabend
Mittwoch

- Andacht zum Thema „Lebensreise“ und Gestaltung von Themenmappen zur Begegnungswoche
- Besuch der Modellbahnausstellung in Schönfeld
- Grillabend und Singen mit Akkordeon
Donnerstag

- zweiter Teil der Andacht zum Thema „Lebensreise“ und weitere Gestaltung der Themenmappen
- Halbtagesfahrt nach Jöhstadt / Fahrt mit der Pressnitztalbahn und Besichtigung
des Lokschuppens
- Lagerfeuer
Freitag
- gemeinsame Auswertung der Woche
- Abreise
Bericht über die Durchführung der Veranstaltung
Die Projektwoche begann mit einem gemeinsamen Mittagessen. Am Nachmittag gab es auf einer Wanderung die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Ziel der Tour war das Wildtiergehege am Sauwald. Am Abend fand dann der „Abend der Begegnung“ statt. Hier gab es eine Einführung in´s Thema. Die Teilnehmer/innen hatten dabei auch die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern. Eine Kennenlernrunde und gemeinsames Singen gehörten ebenso zum Programm.
Am nächsten Tag ging es mit zwei Reisebussen nach Chomutov zu einem Tagesausflug. Dort warteten bereits Mitarbeiter des Eisenbahnmuseums Prag in ihrer Chomutover Außenstelle auf uns. Was von außen wie ein braches Industriegelände aussah, verbarg im Inneren zahlreiche Schätze.
Ca. 50 Lokomotiven in verschiedenen Größen und aus allen Zeiten, seit Eisenbahnen gebaut wurden, waren in zwei Lokschuppen der ehemaligen Chomutover Güterbahnhofes zu bestaunen. Die Mitarbeiter gaben Erklärungen zu den technischen Details und zur Geschichte der ausgestellten Lok´s. Das Mittagessen nahmen wir in einem Theatersaal neben dem städtischen Theater in Chomutov ein. Dies war ebenfalls ein besonderes Erlebnis. Es war wie in einem Theatermuseum, denn hier waren auch zahlreiche Requisiten ausgestellt. Anschließend haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit genutzt, die Altstadt von Chomutov kennenzulernen. Bevor es wieder nach Hause ging, gab es noch ein gemeinsames Kaffetrinken. Der Abend wurde von Mitarbeitern ausgestaltet. Hier durfte auch das Tanzbein geschwungen werden.      
Das Thema „Reise“ stand auch am Mittwoch im Mittelpunkt der Vormittagsgestaltung. Herr Pfarrer Walther aus Gelenau, der den Kreis für geistig behinderte Menschen in Annaberg-Buchholz mit betreut, gestaltete diesen Vormittag, beginnend mit einer Andacht. Singen und kreatives Arbeiten komplettierten den Vormittag. Das Lied „Gut dass wir einander haben“ wurde in´s Tschechische übersetzt und gemeinsam deutsch und tschechisch gesungen. Eine schöne Erinnerung an die Projektwoche war auch in diesem Jahr wieder das Themenheft, das an den Vormittagen gemeinsam gestaltet wurde.
Am Mittwoch Nachmittag stand der Besuch des Modellbahnlandes Schönfeld auf dem Programm. Hier konnten die Teilnehmer/innen Interessantes über die Eisenbahngeschichte im Erzgebirge erfahren. Dargestellt ist das Modell der Eisenbahnlandschaft in den 60-er Jahren der Region um Annaberg-Buchholz sowie die technischen Abläufe aus dieser Zeit. Anschließend gab es bei einem Kaffetrinken die Möglichkeit, sich über das Erlebte noch einmal auszutauschen und seine Fragen loszuwerden. Zurück in Dörfel hatten sich alle eine Stärkung verdient. Es gab Grillwürstchen und leckere Salate. Zum Glück hat das Naturschutzzentrum überdachte Sitzmöglichkeiten, denn ausgerechnet an diesem Abend überraschte uns der erste Regenschauer in dieser Woche. Das gemeinsame Singen von Volksliedern mit Akkordeonbegleitung musste in den Saal verlegt werden und das geplante Lagerfeuer auf den nächsten Tag. Am Donnerstag, dem 6.September, gestaltete uns Herr Pfarrer Walther wiederum den Vormittag und das Themenheft wurde fertiggestellt. Der Nachmittag bot dann einen weiteren Höhepunkt. Heute ging die Reise nach Jöhstadt. Dort stand schon ein Zug der historischen Preßnitztalbahn. Doch zunächst machten wir Station im Lokschuppen. Wir hatten die Möglichkeit, uns alte Dampfloks und verschiedene Technik aus vergangenen Zeiten anzuschauen. Die Mitglieder des Vereins „Preßnitztalbahn“ standen für unsere Fragen zur Verfügung.
Nicht nur Mitfahren sondern auch „Mitmachen“ war dann bei der anschließenden Fahrt mit der Bahn ausdrücklich erwünscht. Das Abfahrtssignal gab einer der geistig behinderten Teilnehmer. Aufgrund der originalgetreuen Ausstattung der Waggons war die Fahrt mit der Bahn auch eine Reise in die Eisenbahngeschichte. Am Ende der Strecke gab es dann noch die Möglichkeit, das Wasserhaus zu besichtigen und Erläuterungen hierzu zu bekommen. Es folgte eine Wanderung zum KIEZ in Schmalzgrube wo berits das Kaffetrinken für uns vorbereitet war.
Das KIEZ ist im Gebäude des ehemaligen Hammerhauses untergebracht. Dieses ist Teil des Hammerwerkes, welches für die Geschichte des Ortes prägend war. Und auch hier gab es wieder einiges zu entdecken, so zum Beispiel ein historischer Hochofen aus der Gründungszeit des Ortes. Am Donnerstag Abend war das Wetter besser und das Lagerfreuer konnte stattfinden. Hier saßen wir noch lange und ließen bei deutschen und tschechischen Volksliedern den Abend und die Woche ausklingen. Freitag früh trafen sich alle noch einmal, um über das Thema der Woche und die stattgefundenen Programmpunkte zu sprechen. Herr Pfarrer Walther hielt eine Abschlussandacht und es wurde noch einmal gemeinsam gesungen. Von den Teilnehmer/innen kam durchweg eine positive Resonanz zum Verlauf der Woche. Das Projekt kann als sehr gelungen bezeichnet werden und die Ziele wurden erreicht. Zum Gelingen trugen wiederum maßgeblich ehrenamtliche Helfer bei. Durch sie konnten auch zusätzliche Programmpunkte ermöglicht werden. Zur weiteren Vertiefung der Partnerschschaft mit dem Behindertenheim in Kovářská gab es am 14. September 2012 ein Treffen in Kovářská.
Wir bedanken uns bei allen, die zum Gelingen der Woche beigetragen haben, vor allem den ehrenamtlichen Helfer/innen, sowie der Euroregion Erzgebirge für die Förderung und die gute Zusammenarbeit.

 

Simone Markus
Projektleiterin
Annaberg-Buchholz, 20.12.2012

 


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